Dem Provokatör ist (fast) nichts zu schwör…

UPDATE III (07.06):

Folgender Bericht findet sich auf Welt-Online. Es scheint Bewegung in die Sache zu kommen:

Derzeit befinden sich die Leiter der Blockade im Gespräch mit der Polizei. „Wir haben Fotos von zwei der Männer“, sagt Henning Obens. Sollte die Polizei den Einsatz von vermummten Zivilpolizisten verneinen, sollen die Fotos an die Presse gegeben werden, damit die Männer identifiziert werden können. Obens glaubt, es handele sich um Bremer Zivilpolizisten. Unter den Demonstranten habe es Autonome aus Bremen gegeben, die die Beamten erkannt hätten.
In linksradikalen Gruppen ist es üblich, Beamte zu fotografieren und die Bilder zu sammeln.Auf Anfrage wollte die Polizei keine Stellung zu den Vorwürfen nehmen. Die Leiter des Bündnisses „Block G 8“ ewarten im Laufe des Nachmittags eine Stellungnahme der Sondereinheit Kavala.

UPDATE II (07.06):

Auf Indymedia gibt es ein Video und einige Bilder zu dem Sachverhalt.

UPDATE I (07.06):

Mehrere Internetseiten berichten über die Situation, auf Indymedia gibt es zwei Artikel zu dem Sachverhalt, in denen in einem von ihnen von zwei „Agent Provocateurs“ die Rede ist, hier und hier.

Hier gibt es ebenfalls einen Bericht zu den Vorfällen in Rostock und einen kurzen Überblick über das Vorgehen einiger Staatsbeamter in Zivil auf einer Demonstration in Hamburg.

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Also doch. Wir haben es ja geahnt. Die Beweise haben sich verdichtet und so langsam scheint es Gewissheit zu werden:

Die Polizei setzt gezielt Beamte ein, die sich verkleidet unter die Demonstranten mischen und zum Aufruhr anstacheln. Ja haben die Bundesförster denn nichts aus Genua gelernt?

Jedenfalls gab es heute Abend am Sicherheitszaun in Heiligendamm ein Ereignis, dass sich aus der Beschreibung einer Welt-Journalistin folgendermaßen ließt:

WELT-ONLINE-Reporterin Freia Peters berichtet, dass es gegen halb acht bei der Blockade des Haupttors des Zauns auf der Lindenallee fast zu einer Eskalation gekommen wäre. Ein schwarz gekleideter Vermummter stachelt zum Steine werfen auf. Schnell werden die Demonstranten skeptisch, er ist perfekt gekleidet. „Das ist ein Zivilbulle!“ ruft einer. Hunderte rennen auf ihn zu und rufen „verpiss Dich!“, einige sammeln Steine im Kiesbecken der Molli-Bahn und ziehen ihre Vermummungen hoch. Block-G-8-Aktivist Henning Obens rennt mit seinem Megafon herbei und spricht den jungen Mann an, wo er herkomme, wie er heiße, doch er bleibt stumm, die Menge tobt.
Zeitgleich marschiert eine Hundertschaft von Süden auf die Straße in Richtung Zaun, vorbei den Blockierern. Obens schützt den Vermummten mit seinem Körper und zerrt ihn zur Polizei. Dort wird er von den Beamten in Empfang genommen und hinter die Polizeisperre gezogen. Offenbar war der Vermummte ein „Agent Provokateur“.

Link

Diese „perfekt“ gekleideten Demonstranten kennt man noch zu gut aus Genua. Dort war es sogar noch um einiges dreister: Vermummte Krawallmacher hielten einen kollegialen Plausch mit den Sicherheitskräften, die sonst auf jeden, der auch nur ansatzweise wie ein Demonstrant aussah, mit einer unfassbaren Härte eingeprügelt haben, ein vermummter „Demonstrant“ forderte eine Einsatzgruppe der Polizei zum Rückzug auf – was diese auch ohne zu fragen tat…

All das sind Punkte, die die These der Agent Provocateur untermauern.
Aber seht selbst. Der preisgekrönte WDR-Film Die blutigen Tage von Genua zeigt das alles in einer erschreckenden Klarheit.

Die blutigen Tage von Genua – Google Video

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